Warum nicht nach Mali – mit dem Motorroller? Für Wolf-Ulrich Cropp keine abwegige Idee. Seit den 70er-Jahren ist der Hamburger oft dorthin gereist, wohin sonst nur wenige wollten: nach Kuwait im Golfkrieg etwa oder nach Afghanistan im letzten Jahrzehnt. Für sein 22. Buch knatterte der knapp 70-Jährige mit dem überdachten C1 von BMW von Norddeutschland an den Niger. Eine Pinasse brachte ihn dann bis nach Timbuktu. Ohne blumige Ausschmückungen oder heldenhafte Überzeichnungen erzählt der Weltenbummler von kleinen Begegnungen unterwegs, von den haarsträubenden Zuständen in einem entlegenen Goldgräbercamp oder den chaotischen Renovierungsarbeiten an der berühmten Großen Lehmmoschee in Djenné. In Timbuktu sucht der Neugierige auf den Spuren des frühen Afrika-Forschers Heinrich Barth mit modernen Wissenschaftlern nach verschollenen Schriften und zeigt ganz nebenbei, dass die Welt auch im 21. Jahrhundert noch echte Abenteuer zu bieten hat. Man muss nur losfahren.
Wolf-Ulrich Cropp, Magisches Afrika – Mali. Faszinierendes Land am Niger, Wiesenburgverlag Schweinfurt 2011, 173 S. 19,80 €
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