Antarktis-Reisen sind gewöhnlich ein kostspieliger Luxus. Fernseh-Reporter Michael Wigge zeigt, dass man auch ohne einen Cent in der Tasche bis ins ewige Eis kommt. Dazu schnorrte der Berliner sich mit Rucksack, Notebook und Videokamera sieben Monate lang durch die halbe Welt. Für die Atlantik-Querung strich er die Reling eines Frachtschiffs. In San Francisco focht er für ein paar Dollar 300 Kissenschlachten aus. In Panama trat er als stummer Chorknabe in der „Zauberflöte“ auf. In Buenos Aires amüsierte seine Sesamstraßen-Handpuppe Ümit US-Touristen mit Sex-Geschichten vom Krümelmonster. Streng religiöse Amish People schenkten ihm ein Fahrrad, Hippies auf Hawaii essbare Orchideen und viele Geschäfte von Köln bis Kolumbien Lebensmittel. Was genau der Autor sich mit dem Projekt beweisen wollte, bleibt auch nach 200 Seiten Lektüre offen. Als unterhaltsamer Reisebericht sorgen seine Anekdoten trotzdem für Kurzweil und immer wieder für ein Schmunzeln.
Michael Wigge, Ohne Geld bis ans Ende der Welt, Kiepenheuer & Witsch Verlag Köln 2010, 198 S. 8,95 €
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