Kategorie: Fundstücke

Unter Kiwis

Von: Martin Wein

Neuseeland ist nicht nur weit weg. Die Neuseeländer haben auch einen teils recht eigenwillig-lässigen Lebensstil entwickelt. Talkshow-Redakteurin Anke Richter reibt sich jedenfalls immer wieder die Augen, als sie ihrem Mann, einem Urologen, von Hamburg ins „Land der großen weißen Wolke“ folgt: Die Kollegen dort laden ein zur Motto-Party mit dem Thema „Sturm auf die Normandie“, in der Grundschule der Söhne schreiben die Lehrer „Squizeed Orange Juice“ auf den Kantinenplan und den Leuten im entspannten Süd-Pazifik bleibt ausreichend Zeit für Ortsnamen wie Taumatawhakatangihangakoauauotamateaturi-pukakapikimaungahoronukupokaiwhenuakitanatahu. Ihre Verwunderung hat Richter nun in einem ausgesprochen unterhaltsamen Lesebuch zu Papier gebracht. In lockerem Erzählton und mit viel Detailhumor berichtet sie, wie eine deutsche Familie unter Schafen und Kiwis, wie die Neuseeländer sich selbst nennen, Fuß fasst. Ein vergnügliches Sommerbuch ohne billige Klischees, an dem keinesfalls nur Auswanderungswillige Freude haben werden. 

Anke Richter, Was scheren mich die Schafe, Verlag Kiepenheuer & Witsch Köln 2011, 297 S. 14,95 €
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