Haben Sie schon mal einem Riesenfischuhu bei seinen nächtlichen Beutezügen zugeschaut? Oder Argalis, das sind die größten Wildschafe der Welt mit gewaltigen Hörnern, bei ihren Kämpfen? Mit der anspruchsvollen Naturdokumentation "Wildes Russland" (als DVD und Blue Ray erschienen bei Polyband) wird das jetzt anders.
Die aufwendige Produktion ist das glückliche Ergebnis internationaler Zusammenarbeit. Der NDR holte sich dazu unter anderem National Geographic und den US-Spartensender "Animal Planet" ins Boot. In mehr als zwei Jahren Drehzeit entstand so das eindrucksvolle Porträt eines bislang im Westen fast unbekannten riesigen Naturraums.
Die weiten Wälder des Ural, die Schneeriesen des Kaukasus, die gar nicht so leblosen Steppen Sibiriens, wo im Baikalsee die Robben spielen, der schneereiche ferne Osten Ussuriens und die vulkanische Halbinsel Kamtschatka werden dabei ausführlich vorgestellt. Viele Aufnahmen haben dabei wichtigen Dokumentationscharakter. Erstmals konnte mit der Kamera die Geburt Europäischer Nerze oder die Jagd Russischer Weichschildkröten gefilmt werden. Auch wenn dem Betrachter viele Tiere vertraut vorkommen, bekommen sie doch in der fremdartigen Umgebung ein völlig neues Gesicht.
Anders als die meisten Kinofilme, die heute bequem im Studio oder gleich im Computer entstehen, haben die Kamerateams dazu immer wieder Entbehrungen und Gefahren auf sich genommen. Im Ural stürzte ein Team mit dem Heißluftballon ab, im Winterte kenterte ein Kanu mit voller Ausrüstung. Um Eisbären zu filmen, lebte ein Kameramann allein vier Monate auf der arktichen Wrangel-Insel. Nur übers Satellitentelefon beraten, musste er sich selbst einen Zahn ziehen. Und im Tal der Geysire auf Kamtschatka begrub eine Schlammlawine das Team fast unter sich. Die Aufnahmen davon sind wahrlich spektakulär.
Wides Russland, Polyband 2009, 2 DVDs oder 1 Blue Ray Disc, ca. 22 Euro.
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