Jetzt geht es auf rostige Pickups, die Rucksäcke mit dem nötigsten für die Nacht zwischen die Knie geklemmt. Die Männer von Shahara übernehmen das Kommando und das Steuer. Die Motoren heulen auf, die Fahrer treten das Gaspedal voll durch. Die Steine auf der Straße sind blank geschliffen, die Kurven oftmals 180 Grad eng und wir brausen steil bergan, scheinbar himmelwärts. Darum also kam Toyota!
Wie beschaulich war es da im grünen Jemen. Geschwungene Hügel, zum Feldanbau terrassiert, breiten sich rund um Taiz in die Ferne aus. Uralte Moscheen gibt es hier, ein Museum voll verstaubter alter Brillengestelle und vom Hausberg der Stadt ein Traumpanorama. Entspannt waren wir zu dritt durchs Grün abgestiegen. Vielleicht wären wir besser nicht durch den Hausgarten getrampelt, aber gab es andere Wege? „Was wollen Sie?“ hat uns jemand aufgehalten. Jetzt mussten wir ins Haus kommen, umringt von sieben Männern. Was wollten wir? Die Frage war schwer zu beantworten, da sie kaum Englisch und wir kein Arabisch sprachen. So brachten die Männer einfach, was da war: Fladenbrot und Tomaten, Schafskäse und kalte Spaghetti, Fisch und Zitrone. Wir waren zum Essen eingeladen. Durch einen Vorhang schauten die Frauen des Hauses uns verschämt zu. Auch für die westliche Dame unter uns war das Nebenzimmer tabu. Doch bald war immerhin klar, was die Familie wollte. Quatschen! Ein simples Englischbuch machte die Runde. Wir waren Versuchskaninchen und zwei Stunden später mit besten Wünschen und viel zu viel Kuchen im Bauch wieder auf dem Weg talwärts.