Nun aber geht’s immer weiter hinauf, fast 1500 Höhenmeter. Ein Pickup hat schlapp gemacht. Die Besatzung muss laufen. Mit letzter Kraft schafft unser Fahrzeug es bis durch den Torbogen der Bergfestung. Im Bekriegen haben die Jemeniten viel Übung, sonst hätten sie sich nicht derart entlegene Hochsitze gebaut.
Im einfachen Funduk gibt es nur einen Schlafraum mit Linoleum für alle. Nachts wird es bitterkalt selbst im Schlafsack. Doch die Sterne leuchten so hell und klar wie auf dem berühmten Gemälde von van Gogh. Die Frauen des Dorfes haben uns süßen Kuchen gebacken. Und die Osmanen haben hier mit einem eleganten Steinbogen den Himmel geteilt, der der Rialtobrücke Konkurrenz macht.
Ja, das alles für eine alte Brücke! Wer diesen außergewöhnlichen Ort betreten hat, der wird nicht mehr nach dem Warum einer Reise fragen. Im Rialto übrigens, wird man viel öfter ausgeraubt als hier im Shahara. Aber darüber schreibt eben niemand.