Kategorie: Antarktis

Antarktis: Eisige Aussichten

Von: Martin Wein (Text und Fotos)

Eine Reise in die erst 1820 entdeckte Antarktis ist keine echte Strapaze mehr. Die Eindrücke aus der Kühltruhe des Planeten sind trotzdem einmalig. Teil 1: Feuerland, Falkland, Südgeorgien.

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Fotograf: Zügelpinguine auf Astrolabe Island.

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Nein, die Bananen seien leider alle, sagt der philippinische Kellner und senkt die schwarzen Augenbrauen. Doch gebe es noch Melone zum Frühstück oder Ananas. Damit könne sie kein Bananenbrot belegen, sagt die pensionierte Studienrätin traurig, während vor den Panoramafenstern des Bordrestaurants verschneite Berge vorüberziehen. Später erzählt sie wieder vergnügt, zuhause esse sie nie Bananenbrot, aber auf Reisen sei das eine Bereicherung. Das nächste Mal solle sie nach Ecuador fliegen, sage ich, oder nach Mallorca.

Szene einer Antarktis-Reise. Vor 150 Jahren war der stürmische Südozean noch terra incognita. Heute sprechen sie in Reisebüros von der „Antarktischen Riviera“. Der Seereise-Veranstalter „Hurtigruten“ wirbt gar in einem <st1:personname>Presse</st1:personname>text mit Badefreuden und einer Urkunde. Mehr als 33 000 Touristen folgten im Winter 2007-2008 dem Ruf in den tiefen Süden, 14 Prozent davon Deutsche. Die meisten suchen unberührte Natur, manche ein kalkuliertes Abenteuer, nur wenige zum Glück ein Bananenbrot am Ende der Welt; dann schon lieber einen Whisky on the rocks.

Wie kalt, wie abweisend, wie antarktisch ist die Antarktis heute wirklich? Am 7. Januar 2009 gehen wir im argentinischen Hafen Ushuaia am Südzipfel Feuerlands an Bord der „MS Fram“, um das herauszufinden. „Fin del Mundo“ steht auf einem Schild am Hafen, wo Container der Reederei Hamburg-Süd auf ihre Rückreise warten. Bunte Sommerblumen reifen vor dem Feuerland-Museum gegenüber. Nach Weltende sieht es hier nicht aus. Die Boomtown im Süden leidet eher unter der globalen Finanzkrise. Viele Ski-Touristen aus Buenos Aires und Übersee blieben aus in diesem Jahr.

Auch auf der „Fram“ sind nicht alle 128 Kabinen belegt. Dabei ist das 2007 in Dienst gestellte Schiff der norwegischen Reederei Hurtigruten ASA nicht annähernd mit jenen Cruise-Linern vergleichbar, die 800 und mehr Gäste aufnehmen. 212 Neugierige gehen an Bord, Deutsche, Schweizer und Chinesen, deren Schiff erst kürzlich havarierte. Wer empfindlich sei, solle jetzt Pillen schlucken gegen Seekrankheit, heißt es mitfühlend per Lautsprecher von der Brücke. Um 22 Uhr sind auch die letzten Besatzungsmitglieder an Bord. Das Abenteuer beginnt.

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