Kategorie: Nordamerika, USA, Hollywood

Hinter den Kulissen des Filmgeschäftes: Immer schön auf Kollisionskurs

Von: Martin Wein

Für große Filme wird naturgemäß mehr Aufwand betrieben. Dennoch gilt auch hier die Maßgabe, mit möglichst geringen Ressourcen zu arbeiten. Der Weg der Besucher führt vorbei an einer Kulisse mit Straßenzügen von New York. Hier entsteht gerade ein Werbespot für eine Versicherung. Eric: „Mit ein paar Requisiten wie Briefkästen, Blumenkübeln oder Dampf aus den Gullydeckeln lässt sich aus der Kulisse jede beliebige europäische oder amerikanische Stadt zaubern“. 9000 Dollar kostet das pro Drehtag plus einen Extra-Aufschlag für jede Requisite. Das ist immer noch billiger als virtuelle Schauplätze aus dem Computer zu zaubern.

Erstaunlich ist, wie klein die Kulissen sind – und wie groß sie auf der Leinwand wirken. Ein Parkplatz von Paramount wird bei Bedarf geflutet. Mit dem dahinter auf eine Wand gemalten Himmel lässt sich so ein ganzer Ozean simulieren. Doch so schnell das Wasser abfließt, so schnell werden auch die übrigen Kulissen stets neu recycelt und bieten Fans wenig Memorabilia.

Es sei denn, mit den Pappfassaden lässt sich Geld verdienen. Die Universal Studios machen mit der Neugier rund um den Film klasse Kasse. Universal City ist ein Vergnügungskomplex fernab der normalen Welt in den Santa-Monica-Mountains. Um das Studiogelände ist ein Themenpark mit Restaurants, Geschäften und Hotels entstanden. Auf Fahrrädern fliegt man zu ET’s Heimatplanet und wird dort namentlich begrüßt. Im Jurassic Park stürzen Besucher einen 30 Meter hohen Wasserfall hinab. Klitschnass werden die Mutigen der ersten Reihen auch beim „Waterworld“-Spektakel.
Zur Gaudi der anderen kippen Darsteller Zuschauern schon mal einen vollen Wassereimer über den Kopf, bevor mit Feuerwerk, Wasserfontainen und einem notlandenden Flugzeug eine Apokalypse entfesseln.