Unserem Treck schließen sich immer mehr Königspinguine mit erstaunlichem Tempo an. Sie wollen rasch heim zu ihrem Partner, der oft seit Wochen auf Ablösung wartet. Jetzt im Januar ist Hochsommer. Die wenigsten Tiere balancieren noch ihr Ei auf den Füßen. Doch auch der geschlüpfte Nachwuchs will versorgt werden – bis zur physischen Erschöpfung. Auf 150 Tauchgängen am Tag fressen die Alten bis zu 20 Kilogramm Meerestiere in sich hinein, obwohl sie selbst kaum zwölf Kilo wiegen. Alles für die Brut, die mit spitzem Schnabel im Rachen der Eltern die Suppe auslöffelt. Die Gier hat ihren Grund: Sind die Küken größer, werden sie in eigene Kindergruppen unter Aufsicht weniger Gouvernanten gesteckt. „Dann sind sie oft zwei oder drei Monate allein, während Mama und Papa auf dem Meer Ferien machen und Margaritas trinken“, erklärt der chilenische Biologe Manuel Marin. Erst nach 13 oder 14 Monaten ist die Brut fitt und fett genug, das pummelige, braune Jugendkleid gegen den eleganten Frack zu tauschen.
Während die Raubmöwen mit ihrem unsympathischen Hakenschnabel durchaus Respekt einflößen, passen Menschen für die Tiere dieser Breiten nicht ins Feindschema. Ungeniert schnüffeln die Pelzrobben an den Gummistiefeln. Die Pinguine haben kein Auge für die anderen Zweibeiner, die oft schwere Dreibeinstative für ihre lächerlich großen Teleobjektive mitschleppen. Dabei füllen die Tiere auch ohne große Brennweite jeden Sucher.