Kategorie: Asien, Iran

Iran - Mischmaschine im Schleudergang

 

In Isfahan treffe ich Fashid, der im Schatten der safawidischen Kachelarchitektur studiert. „Modedesign, vor allem Damenmode“; sagt er und klappt ein Skizzenbuch auf, während im Hintergrund Pulks schwarz verschleierter potentieller Kundinnen vorbeiziehen und lässig mit der linken Hand den Tschador zusammenziehen.

Die Hälfte der Welt nennt sich Isfahan. Als die Macht der Safawiden im 17. Jahrhundert bereits verfiel, bauten sie noch ein Denkmal aus Kacheln und Stein, den Meydan e-Shah, einen der schönsten Plätze der Welt. Hier Front der Königsmoschee. Die Geschichte ist auch in Zukunft für Überraschungen gut. So wie Alexanders Barbaren-Tat zum Glücksfall der Historiker wurde. Nur durch den Brand wissen sie um die Verwaltungspraxis am persischen Hof. 30 000 ungebrannte Tontafeln mit Alltagsnotizen blieben feuergehärtet erhalten.