Gleich nebenan reckt sich unbescholten das Reiterdenkmal in den wolkenlosen Himmel, mit dem die Deutschen an die Schutztruppler erinnerten, die von 1903 bis 1907 bei den Nama- und Herero-Aufständen gefallen waren. Auch im Gedenkjahr des eigentlichen Aufstandes konnte man sich bislang nicht zu einem Denkmal für die Opfer unter den Stammesleuten aufraffen.
Trotz der Massaker, die die Deutschen 1904 anrichteten, sind sie im Land gerne gesehen, vor allem nachdem Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczoreck-Zeul in diesem Sommer endlich eine offizielle Entschuldigung für die Gräuel von damals über die Lippen brachte. Internationale Flugverbindungen bestehen nur nach Südafrika sowie nach Frankfurt und München. Die deutschsprachige „Allgemeine Zeitung ist tonangebend im Lande. Überall laden deutsche Bäckereien zum Verweilen ein. Viele Farmen sind noch in Besitz deutschstämmiger Namibier, so auch Duwisib, auf deren Grund und Boden sich 1908 der Exzentriker Hansheinrich von Wolf ein komplettes Schloss samt Ritterhalle, Weinkeller und Rauchzimmer in die Wüste setzen ließ. Der heutige Besitzer lebt weniger prachtvoll von vorbeikommenden Reisenden, die in der Kühle des Schlossgartens Zuflucht suchen und Opuntienmarmelade und Mobiles als Mitbringsel kaufen.
Die aufgeregten Berichte deutscher Medien über enteignete Farmen kann er nicht verstehen. Nur in Einzelfällen habe die Regierung Farmer gebeten, ihr Land zu verkaufen, um Arbeit für mittellose Schwarze zu schaffen.