Kategorie: Afrika, Namibia

Krokodil mit Rotkohl – Ein afrikanisches Abenteuer einmal anders

Von: Martin Wein

Der exzentrische preußische Adelige Hansheinrich von Wolf ließ sich das Wüstenschloss Duwisib mitten in die Weiten Südwestafrikas bauen.Obwohl die Schwarzen mit ständig verschärften Quotenregelungen zunehmend auch Führungspositionen im Land übernehmen sollen, haben die 25 000 deutschstämmigen Namibier noch viele Schlüsselpositionen inne. „Das geht auch nicht anners“, findet Willy, dem man seinen Hamburger Akzent noch deutlich anhört. Der landeskundige Pensionär fährt Touristen im Geländewagen zu den verborgenen Raritäten der Namib-Wüste – urzeitlichen Welwitschia-Pflanzen, seltenen Flechten und Sukkulenten. So sehr er die Wunder der Wüste preist, so deutlich macht Willy aber auch, wer allein ihr etwas Fruchtbarkeit abringen könne: „Bei den Schwarzen versinkt doch alles im Chaos.“ In Deutschland dürfe man ja so etwas gar nicht sagen, aber „unterm Adolf“ da habe noch Ordnung geherrscht, erregt er sich und wundert sich, warum die Gäste auf einmal so einsilbig werden.

Die Symbiose beider Kulturen gelingt kurioserweise am besten auf dem Teller. „Kalahari-Platte“ nennt sich etwa der Grillteller mit Fleisch vom Strauß, von der Oryx-Antilope und vom Krokodil, der im Swakopmunder „Europa-Hof“ am Kaminfeuer mit Pilzsoße, Rotkohl und Kroketten gereicht wird.


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