Kategorie: Leuchttürme, Europa, Asien, Nordamerika, Mittel- & Südamerika

Licht in Sicht

Von: Martin Wein (Text und Fotos)

Leuchttürme bringen weltweit Licht ins Dunkel nebliger Küsten und stehen oft genug für dramatische Geschichten. Bei Stromausfall an Bord sind viele noch heute eine lebenswichtige Rückversicherung.

Der Leuchtturm am Castel del Moro bei Santiago de Cuba sendet Grüße in die Außenwelt. Viele Kubaner hoffen nun, das mit einem baldigen Ende des Embargos auch mehr Schiffe kommen.

Man schrieb das Jahr 1767, als James Cook mit seiner „Endeavour“ das Ziel seiner ersten großen Reise anlief, Tahiti. Die britische Admiralität hatte den 39-jährigen Offizier wegen seiner kartografischen und astronomischen Kenntnisse hinaus in die Weiten des südlichen Pazifik geschickt, um auf einer Landspitze im Norden der Insel zu beobachten, wie sich aus Sicht der Erde die Venus vor die Sonne schob. Die führenden Wissenschaftler seiner Zeit wollten aus den Daten endlich die Entfernung der Erde von der Sonne berechnen, eine der meist diskutierten Fragen des 18. Jahrhunderts. Cooks Verantwortung wog schwer. Erst 1874 würde sich dieselbe Konstellation wiederholen. So steuerte der Kommandant rechtzeitig den Beobachtungsplatz an und blieb drei Monate vor Ort. Am  3. Juni war der große Tag. Keine Wolke trübte die Sicht. Dennoch: alles war vergebens. Die unbarmherzig gleißende Sonne ließ sich weder mit bloßem Auge noch mit optischen Instrumenten in die Karten schauen.

Trotzdem hieß der Platz dieser großen Enttäuschung fortan „Pointe Venus“. Und ein Jahrhundert nach Cooks erstem Besuch wurde hier ein Leuchtturm zwischen die Kokospalmen gesetzt. Das weiße, rechteckige und nach oben verschlankte Gebäude mit seinen schwarzen Kantsteinen und der stählernen Haube ist heute ein Wahrzeichen Tahitis und eines der schönsten Leuchtfeuer der Welt.

Wie hier stehen Leuchttürme heute an vielen Punkten in aller Welt, die seit jeher Etappen auf der Eroberung der Welt markierten – oder das Weltende. Auf meinen Reisen suche ich diese Orte gerne auf. Am Ende eines Wegs kann man sich entspannt umdrehen und den Rückweg antreten.

Cap Reinga ganz im Norden Neuseelands etwa ist für die Maori noch heute ein spiritueller Platz. Reinga heißt übersetzt Unterwelt. Hier sammelten sich nach altem Glauben in einem einsamen Pohutukawa-Baum die Seelen der Verstorbenen und gelangten über seine Wurzeln ins Meer. Vorher waren sie eine Woche lang durchs Land gezogen und hatten alle heiligen Plätze besucht, an denen der Tote zu Lebzeiten war. Danach kamen sie über den Ninety Mile Beach hierher auf dem Weg in die mythische Heimat Hawaiki.