Es ist die Einsamkeit, die an vielen exponierten Orten auf aller Welt noch heute ihre Magie ausmacht. Im brausenden Sturm habe ich mich mit wehenden Haaren vorsichtig hinab zum geduckten Leuchtfeuer am Kap der Guten Hoffnung in Südafrika herantastet. Dabei war leicht begreifen, wieso frühe Seefahrer dieser Klippe so entgegenschlotterten. Erst 1911 wurde der Leuchtturm von der Höhe hinab in die Felsen versetzt, weil selbst die stärksten Leuchtfeuer gegen den häufig dichten Nebel weiter oben nichts ausrichten konnten. Dass der südlichste Punkt Afrikas tatsächlich einige Meilen weiter westlich liegt, tut dem Zauber des Kaps keinen Abbruch.
Auch im Beagle-Kanal im Süden Feuerlands warnt ein putziges kleines Leuchtfeuer vor Felsen und Untiefen. Die Feuer der Ureinwohner dagegen hatten keine seemännische Bedeutung. Sie wussten schlicht nicht, wie man das Feuer wieder entzündet. Die Glut war ihnen deshalb heilig Tag und Nacht. In modernen Katamaranen mit Käsekuchen-Verkauf gleiten heutige Entdecker bequem an dem Leuchtfeuer vor der Kulisse schneebedeckter Berge vorbei. Wohliger Grusel ist erlaubt bei der Vorstellung, dass der Durchlass erst 1830 von Robert Fitz Roy entdeckt wurde. Vorher gab es nur den Weg durch die tückische Magellan-Straße oder rund Kap Hoorn.