Kategorie: Europa, Spanien, Mallorca

„Mallefix“ oder: Manche mögen’s heiser

Von: Martin Wein

Regenbogen am idyllischen Cap Formentor an der Nordspitze Mallorcas.„Komisch, wo all die Leute herkommen“, wundert sich abends die Bedienung im Ecklokal im etwas eleganteren Hafenstädtchen Cala Ratjada. Dabei gibt sie sich alle Mühe, sie zu vergraulen, serviert nur ein Schälchen Ajoli – Knoblauchmayonaise – mit abgezählten Oliven zum Preis von zweien – und nirgends sind Winterstiefel zu bekommen. Doch bei Max im „Casa Nova“ am Hafen ist die Stimmung bestens. „Da simmer dabei“, grölen „De Höhner“ aus dem Lautsprecher, und der Wirt aus Österreich lässt sich von den Stammgästen zum wiederholten Bier einladen, bevor er es in den Ausguss oder einem der Schlucker ins Glas kippt und der Stammkundschaft elegant Strich um Strich auf die Liste setzt. Auch morgens um vier bewahrt der Wirt Haltung und fährt zaghafte Besteller mit perfekt rollendem R an: „Ich brauche Informationen.“ Zum Abschied kurz vorm Morgengrauen macht das für einen Stammkunden dann mal eben „86,40 Euro bittscheen.“ Für einen Hunni mit Trinkgeld gibt’s auch a Bussi vom Max persönlich. Von wegen Billigurlaub. Und Ciao dann bis nächstes Jahr.

Mit „Mallefix“ ist es eben wie mit „Maggi-Fix“: Beides macht durstig und irgendwie süchtig. Und wer es mag, der soll ruhig zugreifen. Schönen Urlaub allerseits.