Über die Brooklyn Bridge nähern wir uns zu Fuß wieder Manhattan. Ruth schwärmt derweil vom New York Marathon, für den sie ebenfalls ehrenamtlich arbeitet. Außerdem sei sie in einem Fahrradclub, der schöne Touren in die grüne Umgebung unternehme. Die dräuenden Skyscraper voraus lassen uns etwas skeptisch dreinblicken. Radfahren in New York? Doch doch, nur so sei sie so gut in Form, sagt sie und stiefelt unbeirrt voraus.
Ihre Motivation hat schon manche Besucher geschafft. „Vor allem bei Regen sind Führungen so eine Sache“, sagt sie. Viele Gäste gäben schnell auf und flüchteten ins Museum. Mit den anderen steigt Ruth notfalls einfach in einen der vielen Busse und erkundet damit auch abgelegenere Ecken.
Ein Schlenker führt zum Rathaus und dem Municiple Building. Mehrere Übertragungswagen der großen Nachrichtensender verraten Ruth, dass im Staatsgerichtshof ein wichtiges Urteil erwartet wird. Trotz der Sicherheitsschleusen in fast allen öffentlichen Gebäuden möchte sie unbedingt das prunkvolle Foyer zeigen. Der Wachmann drückt ein Auge zu – aber keine Fotos bitte. Ein Gast wollte unbedingt einer Verhandlung im „Supreme Court“ zuhören, fällt ihr dabei ein. „Da habe ich erst erfahren, dass alle Verhandlungen öffentlich sind. Das war auch für mich sehr spannend.“ Nur einen Wunsch musste sie Gästen bislang abschlagen: Ein vierjähriges Mädchen aus Kuala Lumpur hätte gerne eine Prinzessin im Belvedere Castle im Central Park gesehen. „Leider konnte ich ihr diesen Wunsch nicht erfüllen.“