Kategorie: Europa

Niederlande: Der Kunst-Hafen

Von: Martin Wein (Text + Fotos)

In der Gegenwart baut man praktisch und designbewusst zugleich: Da ist der Hauptbahnhof, der sich wie ein frei tragendes Zeltdach aus Aluminium über die Gleise spannt. Da sind drei durchsichtige Fußbälle im Hafenbecken, die für Veranstaltungen genutzt werden. Über die elegante weiße Erasmus-Brücke von 1996 läuft Boermann ins alte Hafenviertel Kap van Zuid, wo mit dem „Saxophon“ bis Ende 2018 ein verschlungener neuer Wolkenkratzer zur weiteren Landmarke werden soll. Wie ein Modell für die Spielzeugeisenbahn nimmt sich vor der Kulisse der Wolkenkratzer das traditionsreiche Hotel New York aus, in dem die zahlungskräftigen Passagiere der Holland-Amerika-Linie früher die letzten Nächte im alten Europa verbrachten.

Auf der anderen Seite im alten Zentrum drohte dagegen der geplante Design-Neubau für das altehrwürdige Museum Boijmans van Beuningen mit seiner Metallfassade die Patienten der benachbarten Psychiatrie derart zu irritieren, dass die Reflexionen nun abgemildert werden sollen. An flexible Lösungen sei man gewöhnt, meint Boermann. Dabei zeigt er auf den Radweg, der direkt durch die moderne Kunsthalle zum Flussufer hinab führt. Obendrauf scheint eine Bronzeskulptur gerade vom Dach zu springen.