Kategorie: Großbritannien, Europa

Nordirland: Bogenschießen in Winterfell

Von: Martin Wein (Text + Fotos)

Caroline McErlean und ihre Familie erlebten die ersten Dreharbeiten hautnah. Die McErleans betreiben ein kleines Gasthaus mit neun Zimmern namens „The Cuan“ in Strangford bei Downpatrick. 2010 und 2011 hatten sie für ein Vierteljahr sämtliche Hauptdarsteller zu Gast, denn der erste Drehort für den zentralen Schauplatz Schloss Winterfell – eigentlich nur ein Stallgebäude für das reale Castle Ward – liegt ganz in der Nähe. „Gerade die Kinder waren damals noch sehr klein und brauchten viel Aufmerksamkeit“, erzählt Caroline. „Gedreht wurde fast immer nachts. So mussten wir abends Frühstück servieren und morgens das Dinner.“ Offenbar hat es den Schauspielern im „Cuan“ gefallen. Sean Bean, der Lord Ned Stark von Winterfell spielte, kam sogar privat zum Tee. Zwei der Originalkostüme sowie das Schwert von Ned Stark blieben in Strangford. Seine Klinge ist erstaunlich scharf. Gefochten wurde damals für mehr Authentizität tatsächlich mit echten Waffen.

Für die McEerleans ist die Serie heute eine willkommene Einkommensquelle. Eben haben sich 35 Venezolaner vom Mittelalter-Bankett erhoben. Caroline begrüßt viele Übernachtungsgäste, die ausschließlich im Zimmer von Tyrion Lennister oder Sansa Stark wohnen wollen. Und zum speziellen Frühstück mit Speisen aus den Romanvorlagen legen sich alle die schwarzen Überhänge von Haus Bolton um. Dass man danach in der kaum noch zu erkennenden Winterfell-Kulisse in der Schützen-Garde des sadistischen Ramsey Bolton zum Bogenschießen antritt, ist dann natürlich Ehrensache.