Kategorie: Europa

Österreich: Schneevergnügen auf Passhöhe

Von: Martin Wein (Text + Fotos)

Direkt auf eine Passhöhe in den Niederen Tauern gebaut verwöhnt das Dorf Obertauern Wintersportler mit mehr Schnee als jeder andere Skiort Österreichs. In Zeiten des Klimawandels gehört Obertauern damit zu den wenigen Gewinnern. Und der Schnee geht den Einheimischen selbst nach fünf Monaten Schippen nicht auf den Geist.

Die Rodelstrecke auf der Gnadenalm verspricht ein temporeiches Vergnügen.

2,64 Meter sind ein exotisches Maß. Zumindest aus der Sicht eines Flachländers. 2,64 Meter sind so hoch wie eine Fertiggarage. Man stelle sich vor, diese Menge Schnee in der Auffahrt fortschaffen zu müssen, um an sein Auto ranzukommen. In Obertauern ganz im Südosten des Salzburger Landes machen sie das jedes Jahr. Der Ort liegt direkt auf der breiten Höhe des Radstädter Tauernpasses 1700 Meter über dem Meer. Eine Bundesstraße führt mitten hindurch in Richtung Kärnten. Nach Messdaten der Österreichischen Hydrographischen Landesdienste fällt im Dorf mehr Schnee als irgendwo sonst im Alpenland. 264 Zentimeter waren es im Schnitt der letzten 30 Jahre jeden Winter.

2,64 Meter sind ein Pfund, mit dem man wuchern kann. Auf Skiern oder mit dem Snowboard flitzen in Obertauern Jahr um Jahr Hunderttausende aus rund 9000 Gästebetten direkt auf die Pisten der bekannten Tauernrunde. Die schlängelt sich vom Zehnerkar mit rund drei Dutzend über Seilbahnen, Sessel- und Schleppliften verbundenen Pisten aller Schwierigkeitsgrade wie ein großes Oval rund um den Ort und seine Hochalm. Wer einmal angereist ist, der kann sein Auto für die Skiwoche getrost vergessen. Für Einsteiger und Familien und auch für Partyfreunde ist das ideal. Oben auf dem Zehnerkar lockt schließlich außerdem die neue Skihütte nicht nur mit Sonnenstühlen und „Schiwasser“ – gemischt aus Wasser und Himbeersirup. An der Bar sind auch hochprozentigere Aufwärmer im Angebot.

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