Kategorie: Griechenland, Europa

Ruinen von Atlantis?

Von: Martin Wein (Text und Fotos)

Bis heute werden Marinatos’ Thesen viel diskutiert. Etwa 10 000 qm sind systematisch ausgegraben. Die Hälfte der Siedlung harrt noch ihrer Erforschung. Völlig unklar ist, was der einstürzende Vulkan bei seinem Ausbruch in Tiefe des Meeres mitriss. Ein Palast-Komplex, wie er für die kretischen Minoer typisch war, wurde nicht gefunden. Auch die Malereien sind weitaus motivreicher. Heute rechnet man Akrotiri deshalb einer eigenständigen, kykladischen Zivilisation zu, freilich unter kretischem Einfluss, deren Ursprünge im Dunkeln liegen. Auf jeden Fall war sie, wie Platons Atlantis, hoch entwickelt, trieb Fernhandel und kannte großen Luxus, wie Abdrücke von grazilen Möbeln im Vulkangestein belegen. Und weitere, sensationelle Entdeckungen werden erwartet.


Lag hier im ägäischen Meer das Zentrum des sagenhaften Inselstaates? War hier der Garten Eden der Bibel? Versank Atlantis - wie Platon schreibt - stattdessen vor den “Säulen des Herkules” - in dem Ozean, der noch heute seinen Namen trägt? Oder waren die Dialoge des Philosophen die größte Ente der Geschichtsschreibung? Viele Lokalisierungen wurden inzwischen widerlegt, so auch die Theorie, Atlantis habe bei Helgoland gelegen. Thera ist hingegen noch im Rennen, auch wenn viele Angaben Platons dem zu widersprechen scheinen. Vielleicht muss nur einer kommen, ein neuer Heinrich Schliemann sozusagen, der die Zeichen richtig liest.