Kategorie: Mittel- & Südamerika

Aruba: Sonneninsel zum Abtauchen

Von: Martin Wein (Text und Fotos)

Die staubtrockene Insel Aruba entspricht nicht dem Klischee von der tropischen Karibik. Ihre wahren Reize liegen unter Wasser und werden von der Tourismus-Branche mit allerlei Aktivitäten erschlossen. Ein Sonnengruß auf den Wellen, Schnorcheln, Helmtauchen oder eine Fahrt im Uboot verheißen ungewöhnliche Urlaubserlebnisse.

Die knorrigen Divi Divi-Bäume am Eagle Beach sind nicht nur als IKEA-Poster ein Verkaufsschlager. Sie sind längst auch das Markenzeichen der Insel.

Schön den Kopf gerade halten und nicht mit dem Mund atmen. Brodelnd wie bei einer Mischung aus Dampfkochtopf und Darth-Vader-Maske wird Sauerstoff in den weißen Fiberglashelm gepresst, der auf den Schultern sitzt. Konstant hält der erhöhte Luftdruck das Meerwasser draußen, so lange man nicht auf die eigenen Füße schaut. Sechs Meter unter der Oberfläche tapst man mit viel Auftrieb über den Meeresgrund – nur durch einen dünnen Plastikschlauch mit Druckluft versorgt. SeaTrek heißt dieses Abenteuer, bei dem Taucher wagemutigen Gästen angefütterte Papageienfische in die Hände treiben, die Aquanauten an einem versenkten Wrack vorbeiführen und sie schließlich an einem Tisch mit leeren Weinflaschen für ein Erinnerungsfoto posieren lassen. Im klaren Wasser vor Aruba ist SeaTrek wohl die beste Möglichkeit für Nicht-Taucher, karibisches Feeling zu erleben.

Aruba, die kleinste der ABC-Inseln vor der Küste Venezuelas, verwöhnt ihre Besucher jeden Tag zuverlässig mit Sonne und hochsommerlichen Temperaturen. So heiß ist es auf der Karibik-Insel, die noch lose mit den Niederlanden assoziiert ist, dass die lokale Balashi-Brauerei ihr Bier in winzigen 0,2-Liter-Fläschchen abfüllt. Frisch aus dem Kühlschrank geholt soll man sie möglichst in einem Zug leeren. Im Inselinneren fühlen sich vor allem mächtige Säulenkakteen und Aloe-Pflanzen aus Afrika wohl, die vor Ort zu Sonnenschutzmittel verarbeitet werden. Nur die zweitgrößte Entsalzungsanlage der Welt liefert auf der wüstenähnlichen Insel das nötige Trinkwasser für die knapp 100 000 Einwohner, die 1,5 Millionen Besucher und die künstlich angelegten Strandressorts, in denen Kokospalmen, Hängematten und Rosa Flamingos vor allem US-amerikanischem Publikum Idylle suggerieren.