Zebras und Springböcke sind da weniger wählerisch. In großen Herden traben sie von links ins Sichtfeld, ein flirrendes Muster hastender Leiber. Ein verdächtiger Laut und die ganze Herde stürmt 20, 30 Meter davon, hält dann abrupt an. Ein schneller Blick zurück, ob jemand folgt. Hektisches Klicken kommt von der erhöht überdachten Fotografengalerie. Keine Gefahr in Sicht. Gemächlich trollt man sich. Auch einige Oryx-Antilopen kommen ans Wasser. Dabei sind sie perfekt an ein Leben in Hitze und Trockenheit angepasst. Ihre Körpertemperatur steigt bis auf 46,5 Grad, ohne dass die Tiere Schaden nehmen oder auch nur schwitzen. 82 Prozent ihres Mageninhalts sind Flüssigkeit. Bei großer Dürre nutzten die Buschleute erbeutete Tiere als Tankstelle, indem sie ihnen den Magen aussaugten.
Die abendliche Vorstellung eröffnet nach Einbruch der Dämmerung und Entzündung der Scheinwerfer ein einsamer Schakal. Gemächlich umrundet er das Wasserloch, als wolle er das heutige Publikum inspizieren. Seine Kollegen heulen derweil in der Ferne. Scheint sich zu lohnen, ruft er offenbar hinter die Kulissen, denn nun geht es Schlag auf Schlag. Zunächst nähern sich mehrere Breitmaulnashörner mit Nachwuchsnashörnchen aus dem Zwielicht. Mit Büffeln, Leoparden, Löwen und Elefanten gehören sie zu den „Big Five“, die auf keiner Safari fehlen sollen. Besser, man kommt den Zweitonnern nicht ins Gehege. Schwer definierbar röhrend macht ein besonders gewichtiges Exemplar deutlich, wer Chef am Trog ist. Als ein Kollege das nicht respektiert, wird aus der gepflegten Gemütsruhe ungestüme Aggression.