Nach einer Stunde haben die Rhinos genug gesoffen und gehen ab. Wie eine Invasionstruppe trampelt nun eine 30-köpfige Elefantenherde heran. Die Leitkuh macht den Weg frei. Zehn Liter Wasser passen in eine Rüsselfüllung. Allerdings müssen die Kleinen erst lernen, die Greifnase mit ihren 50 000 Muskeln richtig zu bedienen. Und außerdem ist Wasser nicht nur zum Saufen da. Abspritzen und Baden runden den Besuch ab. Da müssen die anderen Tiere der Savanne geduldig warten. Nach über drei Stunden Überlegung wagt im Schutz der Dickhäuter endlich auch die Giraffe einen „wenzigen Schlock“. Mit Gier kann ihr Name nichts zu tun haben.
Die Vorsicht ist berechtigt. Kaum sind die Elefanten abgegangen, tauchen von links einige Schemen auf, die sich im Gras fast verlieren: Löwen. Lautlos schleichen sie heran, argwöhnisch beäugt vom restlichen pelzigen Personal. Gejagt wird heute nicht. Wohlerzogen wie Schmusekätzchen trottet die Mutter- und Kind-Gruppe zur Tränke. Die zweibeinigen Bewunderer hinter dem lächerlichen Mäuerchen interessieren sie nicht.
Nach gebührender Pause folgt schließlich das große Finale: Um 23 Uhr tritt der Chef der Gegend ins Rampenlicht, den Rücken durchgedrückt, die Mähne in die Höhe gereckt, sich seiner Würde wohl bewusst: Der König der Löwen! Die Savanne schweigt in Ehrfurcht. Danach gehen Mensch und Tier ins Bett.
Als Nachspiel huscht am nächsten Morgen ein Erdhörnchen aus seinem Bau, reckt sich eilig zu voller Größe auf und pfeift energisch. Auch die Kleinen sollen hier nicht vergessen werden. Applaus.
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