Kategorie: Nordamerika

USA: Vom Broadway ans Beringmeer

Von: Martin Wein (Text + Fotos)

Andere versuchen heute wieder ihr Glück. Richard kurvt auf Sandpisten rauf in die nahen Berge. Ziel ist eine Baustelle östlich des Ortes. Hier werkelt August Krutzsch mit einigen Freunden an einem Hostel für Hobby-Goldsucher. Einige Holzhütten stehen schon. Nur die Inneneinrichtung fehlt noch. Krutzschs Großmutter kam zu Beginn des letzten Jahrhunderts aus Köln nach Alaska. Der Enkel besitzt heute einige Claims und schürft mit selbst gebauten Baggern. Auf seinem Smartphone wischt er achtlos durch Bilderreihen mit Nuggets. „Wenn ich das Gold nicht rieche, ziehe ich weiter“, sagt der 46-Jährige lachend. Intuition und viel Geduld sind sein Erfolgsrezept. Und eine möglichst störungsfreie Technik. „Keep it simple“, rät er. In Nome müsse alles vor allem robust sein, denn alle großen Ersatzteile müssen teuer per Frachtschiff angeliefert werden. Deshalb liegt im Ort auch so viel Metallschrott herum. Niemand wirft hier etwas weg, das man nicht vielleicht noch einmal zum Ausbessern gebrauchen könnte. August Krutzsch ist dabei keineswegs der einzige, der rund um Nome im Boden wühlt. Seitdem der Discovery Channel vor einigen Jahren eine Doku-Soap über einen der Digger brachte und der Goldpreis die 2000-Dollar-Marke knackte, suchen mindestens 35 Glücksritter aus den USA, Russland, Australien, Samoa und auch zwei Deutsche mit schwerem Gerät und teils abenteuerlichen Erfindungen nach Ruhm und Reichtum.