Der Reiseveranstalter „Fjordland Travel“ hat die faszinierende Region mit perfekt organisierten Ausflügen für den Tourismus erschlossen. Mit Booten werden Besucher über den Lake Manapourri gebracht. In Bussen geht es auf einer Service-Piste für das unterirdische Waserkraftwerk über den Wilmot Pass ans Meer - mit Steigungen von bis zu 20 Prozent. Man habe ihm den Führerschein entzogen, weshalb er nun hier chauffiere, begrüßt Busfahrer Alex scherzend seine Gäste. Eine Stunde später steigen die erneut um in ein anderes Boot und schippern auf den Doubtful Sound hinaus. 30 Kilometer sind es bis zur Mündung. Eine Schule Großer Tümmler begleitet das Schiff, Möwen ziehen am Himmel ihre Kreise. „Sie haben Pech. Gleich kommt die Sonne raus“, lacht der Skipper und hat Recht. Tausende ins Meer stürzende Wasserfälle liegen heute brach.
Stattdessen hören die Passagiere die Stille, als der tuckernde Motor für einige Minuten abgestellt wird. Kein menschlicher Laut ist zu hören. Nur ein Schnarren einiger Gelbaugenpinguine im Unterholz dringt ans Ohr. Laut wird es erst in der Mündung des Fjords, wo duzende Seelöwen auf einem Felseneiland jaulend ihre Rangordnung regeln.
Szenenwechsel: Milford Sound, ein Stück weiter nördlich, ist der Inbegriff neuseeländischer Naturromantik. Der spitze Gipfel von Mitre Peak gehört zu den meistfotografierten Bergen der Welt. Seit 1954 ist der Milford Sound, auch er ein von Gletschern während der Eiszeit geschaffener Fjord und kein von Flüssen geschliffener Sund, auf einer öffentlichen Straße erreichbar. 60 Reisebusse spucken im Sommer täglich ihre Fracht vor dem geräumigen Besucherzentrum aus, das den Massentourismus kanalisieren soll. Die Toilettenanlage ist so geräumig, dass man sich darin verlaufen könnte.